Ein Lebenszeichen von CDEuM

können Sie sich daran erinnern, in welcher Woche des Lockdowns wir eigentlich sind? Gefühlt dauert er doch schon eine halbe Ewigkeit. Wer kann, arbeitet im Homeoffice, einige am Esszimmertisch oder auf dem Sofa und viele neben ihren Kindern, die sich durch Homeschooling und Videokonferenzen quälen. Immer die gleichen Gespräche, über Dinge die wir nicht tun können, über Pläne die wir verschieben und Reisen die wir nicht tätigen. Ich denke, es herrscht einheitlicher Konsens darüber, dass wir es alle wirklich leid sind.

Passend dazu wurde eine Studie über die psychischen und physischen Auswirkungen auf Mitarbeiter im Homeoffice veröffentlicht und die zieht eine erschreckende Bilanz. Ein Viertel der Arbeitnehmer (25 %) fühlt sich gestresst, über ein Drittel sogar einsam und isoliert (34 %).

Trotz der weit verbreiteten Ansicht, dass Heimarbeit eine bessere Work-Life-Balance bedeutet, arbeitet fast die Hälfte (46 %) länger von zu Hause aus als im Büro, wobei auch fast jeder Vierte (23 %) nicht in der Lage ist, sein Privatleben von seiner Arbeit zu trennen. Komisch, wohin auch so plötzlich mit den eigenen Kindern.

Jeder Fünfte fühlt sich schuldig, wenn er eine Pause einlegt. In diesem Zusammenhang ist das Wort „Pause“ bestimmt ein dehnbarer Begriff. Ich denke, wenn man eine Pause macht, um sich einen Kaffee aus der Küche zu holen und sich noch ein Marmeladenbrot schmiert, fühlt sich keiner schuldig. Wenn ich aber stattdessen dem Sohn Punktrechnung vor Strichrechnung erklären muss und man in dieser Zeit seinem Arbeitgeber nicht als Arbeitskraft zur Verfügung steht, entsteht da schon ein anderes Gefühl von Schuld.

Dank der Studie haben wir nun einen repräsentativen Überblick darüber, wie hart deutsche Arbeitnehmer vom Homeoffice-Gebot betroffen sind. Aber ändern können wir alle daran kaum etwas, denn wir sitzen doch alle im selben Boot.

Psychologen raten dazu weiterhin soziale Kontakte zu pflegen – in dem Maße, wie es jetzt eben geht. Über Telefon, virtuell oder mal wieder einen Brief schreiben. In unserer Heimat werden gerade viele Online-Weinproben angeboten. Vom Winzer erhalten Sie ein Weinpaket und in einer virtuellen geselligen Runde verkosten Sie die Erzeugnisse der letzten Saison. Die Idee ist doch nicht schlecht. Schauen Sie mal auf www.rheinhessen.de.

Vielleicht entdecken Sie auch das Buch des englischen Illustrators Charlie Mackesy: „Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd“. Ein weltweiter Bestseller, der von den Dingen erzählt, die im Leben wirklich wichtig sind und zum Beispiel vom London Evening Standard als „pures Glück“ beschrieben wird.

Oder wir setzen uns zu einer virtuellen Tasse Kaffee zusammen und tauschen uns mal gemeinsam aus. Über Dinge die gut laufen, über Dinge die schlecht laufen und über Dinge die laufen könnten. Und sollten im Hintergrund Ihre Kinder gerade etwas lauter sein, atmen Sie tief durch und denken Sie daran, wir sitzen alle im selben Boot. Auch wenn dieses Boot gerade mit einem Sturm zu kämpfen hat. Frei nach Charlie Mackesy: „Dieser Sturm macht mich müde „, sagte der Junge. „Stürme werden auch müde“, sagte das Pferd.“

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